Internationale Schulbibliothek Wiesbaden (ISBW) ins Leben gerufen

Unter der Schirmherrschaft des Wiesbadener Oberbürgermeisters Dr. Helmut Müller ist die Internationale Schulbibliothek Wiesbaden (ISBW) an den Start gegangen. Mit zunächst rund 1000 Büchern werde Kinder und Jugendliche gezielt an das Lesen herangeführt.

Neben den im Schulbetrieb gelehrten Fremdsprachen wie Englisch und Französisch stehen in der ISBW auch Titel zahlreicher weiterer Sprachen wie beispielsweise Türkisch und Russisch zur Verfügung, die sich vor allem an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund richten. Außer Büchern werden auch multimediale Angebote wie Hörbücher und Filme auf CD/DVD bereitgehalten, um das gegenseitige Verständnis unterschiedlicher Kulturen unter den Kindern und Jugendlichen zu fördern.

„Die Einrichtung der Internationalen Schulbibliothek Wiesbaden ist ein wichtiger Schritt, um Kinder und Jugendliche auf die Globalisierung vorzubereiten“, sagt Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller.

Ausgewähltes Angebot der Bibliothek

Die neue Internationale Schulbibliothek Wiesbaden wird anbieten:

• Bücher
- deutsche, um das Leseverständnis und die Lesefreude der Kinder zu fördern und Kindern aller Nationen und Herkunft deutsche Literatur näherzubringen.
- mehrsprachige, um Kindern auch Fremdsprachen jenseits des Unterrichtes näherzubringen und
- in anderen Sprachen, damit Kinder mit anderem kulturellen Hintergrund auch etwas Vertrautes aus ihrer Heimat in der Bibliothek finden.

• Brettspiele, weil in vielen Familien heutzutage eine Spielkultur fehlt, die sich aber wesentlich auf den Umgang miteinander auswirkt.

• CDs (Musik/Hörbücher) und DVDs (Filme) für einen weiteren Einstieg in die Literaturwelt.

Das Angebot wird mit speziellen Programmen wie Lese-Scouts (Vorlesen durch ältere Schüler), internationale Kinderliteratur-Treffs, Spiele-Nachmittage und weitere spielerische und ernstere Maßnahmen zur multikulturellen Leseförderung ergänzt.


Pädagogische Ziele im Vordergrund

Die Internationale Schulbibliothek Wiesbaden verfolgt mehrere pädagogische Ziele:

• Bessere Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrantenhintergrund, indem erstens diese mit deutscher Literatur vertraut gemacht werden, und zweitens deutsche Kinder (häufig erstmals) an bspw. türkische oder russische Literatur herangeführt werden, um damit ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern.

• Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf eine globale Welt, in der es hilfreich ist, gängige Weltsprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch zu beherrschen.

Beide Aspekte legen in jungen Jahren einen wichtigen Grundstein für die internationale Völkerverständigung. Hinzu kommt als dritter Aspekt das Ziel, junge Menschen völlig unabhängig von ihrer Herkunft ans Lesen heran zu führen und ihnen den Zugang zu altersgerechter Literatur zu verschaffen. Insbesondere durch die Einbindung in den Schulbetrieb und den Unterricht kann die internationale Schulbibliothek diese Aufgaben wesentlich besser erfüllen als eine „normale Bibliothek irgendwo in der Innenstadt“ (in die sich nur die ohnehin Lesebegierigen begeben). Die Schulbibliothek hingegen kann gerade auch junge Menschen aus bildungsferneren Familien und/oder mit Sprach- und Lesebarrieren an Literatur heranführen und ihnen damit das Tor zu einer Welt öffnen, die ihnen sonst vielleicht für immer verschlossen bliebe.


Trägerschaft obliegt der Albrecht-Dürer-Schule

Träger der Internationale Schulbibliothek Wiesbaden (ISBW) ist die Albrecht-Dürer-Schule in der Lahnstraße. Wie die Schulleiterin Anna Marx betont, steht die neue Bibliothek jedoch allen Schülerinnen und Schüler auch aus anderen Schulen offen.

Die Wiesbadener Albrecht-Dürer-Schule gilt bundesweit als „Vorzeigeschule“ für die Integration von Migrantenkindern. Schon vor Jahren war das Schulprogramm auf Initiative von Schulleiterin Anna Marx um folgenden Passus erweitert worden: Die Schulgemeinschaft versteht sich als ein Miteinander verschiedener Kulturen, deren Verhältnis zueinander durch Respekt, Toleranz und gegenseitige Achtung geprägt ist.

„Mit der Internationalen Schulbibliothek Wiesbaden setzt die Schulleiterin Anna Marx für die Albrecht-Dürer-Schule konsequent ihren vor Jahren begonnenen Kurs der Internationalisierung und der Integration fort. Dabei erfolgt mit der ISBW erstmals der Schritt über die eigene Schule hinaus, weil die neue Bibliothek für alle Schülerinnen und Schüler auch anderer Schulen geöffnet wird“, lobt Rose-Lore Scholz, Dezernentin für Schule und Gesundheit in Wiesbaden.


Hintergründe zur Albrecht-Dürer-Schule

Bei der Albrecht-Dürer-Schule handelt es sich um eine Realschule im Westend der Landeshauptstadt. Sie ist keine Stadtteilschule, so dass die Eltern die Schule bewusst für ihre Kinder auswählen. Die Schülerzahl schwankt zwischen 530 und 550 Schülern. Zur Zeit besuchen 178 ausländische Schüler die Albrecht-Dürer-Schule mit folgenden Nationalitäten: afghanisch, albanisch, äthiopisch, bosnisch-herzogowina, britisch, bulgarisch, ecuadorianisch, französisch, gambisch, griechisch, indisch, irakisch, iranisch, italienisch, japanisch, kolumbianisch, kroatisch, marokkanisch, mazedonisch, niederländisch, österreichisch, pakistanisch, philippinisch, polnisch, portugiesisch, russisch, serbisch, slowakisch, somalisch, spanisch, srilankisch, thailändisch, türkisch, ukrainisch und vietnamesisch. Weitere 137 Schüler haben einen Migrationshintergrund. 215 Schüler tragen deutsche bzw. typisch deutsche Namen.

Daraus ist zu erkennen, dass die Albrecht-Dürer-Schule eine internationale Schule ist, in der ein tolerantes Miteinander die Grundvoraussetzung für die pädagogischen Arbeit darstellt. Die internationale Schulbibliothek soll hierfür ebenso wie für andere Schulen mit ähnlich multikultureller Struktur eine wesentliche Stütze bei der Migrationsarbeit darstellen.

„Wir hoffen sehr, dass wir auch bei unseren weiteren Maßnahmen neben der ISBW die Unterstützung der Stadt haben werden“, erklärt die Schulleiterin Anna Marx. Sie verfügt über die internationale Schulbibliothek hinaus über eine ganze Schublade voller Pläne für einen pädagogisch sinnvollen Ausbau der Schule, vom Medienzentrum für Schülerinnen und Schüler bis hin zu einem geplanten Neubau, für den bislang jedoch die finanziellen Mittel fehlen. Die Hoffnung von Schulleiterin, Schülern- und Elternschaft besteht darin, dass aus dem aktuellem Konjunkturpaket Mittel für die Albrecht-Dürer-Schule zugewiesen werden, damit die Pläne die Schublade verlassen und in die Realität umgesetzt werden können.


Finanzierung durch den Elephants Club

Die Finanzierung der Internationalen Schulbibliothek Wiesbaden (ISBW) erfolgt durch den privaten Elephants Club e.V. ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder. Der gemeinnützige Elephants Club fördert Projekte zur internationalen Völkerverständigung, denen eine bundesweite Vorbildfunktion zukommt. Die ISBW ist die erste internationale Bibliothek an einer öffentlichen Schule in Deutschland. Gemäß den Leitlinien „Völkerverständigung fördern, Toleranz unterstützen“ ist das rein ehrenamtliche soziale Engagement ausgerichtet. Die Aufnahme- und Mitgliedsbeiträge sowie die über die Veranstaltungen erzielten Spenden und Erlöse kommen ausschließlich gemeinnützigen Zwecken zu.

„Die Einrichtung einer internationalen Bibliothek in einer öffentlichen Schule ist einzigartig in Deutschland. Insofern übernimmt die Albrecht-Dürer-Schule in Wiesbaden bundesweit eine Vorbildrolle, der hoffentlich andere Schulen folgen werden“, erklärt Gabriele Rittinghaus, Präsidentin des Elephants Clubs, das Engagement ihres Vereins.

Zu den Ehrenmitgliedern des Elephants Club gehören Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter

• Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden,
• Roland Koch, Ministerpräsident des Landes Hessen
• Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, der „Vater“ der Mikrotherapie,
• Bruder Paulus Terwitte, Kapuziner-Mönch, der unter anderem durch seine katholische Radio- und Fernsehtätigkeit bekannt ist,
• Michael Dell, Computer-Unternehmer (Dell Computer)
• Ernst Raue, Chef der weltweit größten Computermesse CeBIT.

Zu den ehrenamtlichen Unterstützern gehört unter anderem der Gründer des in Wiesbaden ansässigen internationalen PR-Agenturnetzwerkes European Marketing Communications, Andreas Dripke.


Internationale Partner: Amerika und Asien

Unterstützung erfährt die Internationale Schulbibliothek Wiesbaden neben dem Elephants Club als finanziellem Träger durch den Deutsch-Asiatischen Wirtschaftskreis (DAW) und durch die Steuben-Schurz-Gesellschaft.

Der DAW wird die ISBW vor allem um den Kontakt zu Asien und um asiatische Literatur bereichern.

Die Steuben-Schurz-Gesellschaft zeichnet bei der ISBW für die „literarische Brücke“ in Richtung Amerika verantwortlich.


Medienpartner Wiesbadener Kurier

Die führende lokale Tageszeitung in der hessischen Landeshauptstadt, der Wiesbadener Kurier, ist eine Medienpartnerschaft mit der neuen internationalen Schulbibliothek eingegangen.

Der Chefredakteur des Wiesbadener Kurier, Stefan Schröder, ist Mitglied im Kuratorium der ISBW.


Unterstützung durch Wiesbadener Partner

Über den Wiesbadener Kurier hinaus hat die ISBW drei weitere Partner in der hessischen Landeshauptstadt gefunden:

Für den Aufbau und die Pflege der Webpräsenz zeichnet die Wiesbadener Agentur medienkooperative unter der Leitung von Jörg Lichtenberg und Matthias Ballmann verantwortlich.

Die Medienpartnerschaft für die Öffentlichkeitsarbeit hat das in Wiesbaden ansässige internationale PR-Netzwerk European Marketing Communications übernommen.

Als Partnerhotel stellt sich das Wiesbadener Dorint Pallas Hotel unter der Leitung von Hoteldirektor Peter Bertsch dankenswerterweise zur Verfügung.

Hochrangig besetztes Kuratorium

Neben der Schirmherrschaft durch Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller erhält die Internationale Schulbibliothek Wiesbaden Unterstützung durch ein Kuratorium.

Zum Kuratorium gehören im einzelnen
• Anna Marx, Schulleiterin Albrecht-Dürer-Schule (Vorsitzende des Kuratoriums)
• Rose-Lore Scholz, Dezernentin für Schule und Gesundheit in Wiesbaden,
• Konsul Bodo Krüger, Präsident des Deutsch-Asiatischen Wirtschaftskreises (DAW),
• Dr. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels, Präsidentin der Steuben-Schurz-Gesellschaft,
• Dr. Volker Rattemeyer, Direktor des Landesmuseum Wiesbaden,
• Thomas Michel, Vorsitzender der Wiesbaden Stiftung,
• Stefan Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kurier,
• Andreas Dripke, Geschäftsführer European Marketing Communications


Spenden sind erwünscht

Um den laufenden Betrieb der Internationalen Schulbibliothek kümmern sich Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft der Albrecht-Dürer-Schule allein durch ehrenamtliches Engagement.

Zum weiteren Ausbau der Bibliothek wird gezielt gesucht nach: Büchern in allen Sprachen (deutsch, englisch, türkisch usw.), CDs und DVDs (vor allem Hörspiele und jugendgeeignete Filme), Regalen, Tischen und Stühlen für die Leseecken. Diese Sachspenden können zu den üblichen Schulzeiten im Sekretariat der Albrecht-Dürer-Schule in der Wiesbadener Lahnstrasse abgegeben werden.


© 2009 medienkooperative